Ganzheitliche Geschichte
VERMÖGEN
Es war einmal ein großes goldenes Rad, das sich unaufhörlich unter dem launischen Auge der Fortuna drehte. Eines Tages trug es Lucius, den Sohn eines Töpfers, an die Spitze: Aus einem bescheidenen Jungen wurde er ein Prinz, geschmückt mit Gold und Seide. Überzeugt, dass sein Glück ewig währen würde, ignorierte er, dass alles vergänglich ist.
Doch das Rad dreht sich, und in einer Nacht wendete sich das Schicksal. Des Verrats angeklagt, verlor Lucius alles. Verzweifelt irrte er umher, bis er einen alten Mann an einem Bach traf. „Schau auf das Wasser“, sagte dieser zu ihm. „Es fließt unaufhörlich, wie das Leben. Nichts stagniert, alles entwickelt sich. Lucius verstand dann, dass der Fall nicht
ein Ende war, sondern ein Übergang. Er stand auf, erlernte neue Fähigkeiten, und als sich das Rad erneut drehte, bot sich ihm eine neue Chance. Er erkannte, dass jede Wendung eine Gelegenheit ist und dass Weisheit nicht darin bestand, festzuhalten, sondern zu lernen, sich mit der Bewegung der Welt vorwärtszubewegen.