24 Karat vergoldet: Was das wirklich bedeutet (und warum es anders ist)

Vergoldung entmystifizieren: 24 Karat verstehen und wissen, wie man sie pflegt

Der Begriff „Vergoldung“ wird in der Schmuckwelt oft verwendet, manchmal zu Recht, oft aber auch irreführend. Wenn mein Schmuck eine 24-Karat-Feingoldbeschichtung aufweist, was bedeutet das genau? Worin unterscheidet es sich von einer klassischen Vergoldung? Und vor allem, wie pflegt man diese Veredelung langfristig?

Die Karat: Maß für die Reinheit des Goldes

Das Karat ist die Maßeinheit für die Reinheit des Goldes. Reines Gold ist 24 Karat, 24/24, also 999 Tausendstel Gold. Dies ist die reinste Form, die es gibt, mit einer charakteristischen warmen und tiefen gelben Farbe. Unter 24 Karat wird Gold mit anderen Metallen legiert: 18 Karat entsprechen 75 % Gold, 14 Karat 58,5 %, 9 Karat 37,5 %.

Diese Legierungen sind notwendig, da reines Gold, wie Silber, zu weich ist, um in massiver Schmuckherstellung verwendet zu werden. Aber für die Vergoldung, das heißt für eine dünne Oberflächenschicht, ist 24-Karat-Gold perfekt: seine Reinheit verleiht ihm eine außergewöhnlich warme und leuchtende Farbe, und die Feinheit der aufgetragenen Schicht erfordert nicht die Steifigkeit eines massiven Metalls.

Wie funktioniert die Vergoldung?

Die Vergoldung erfolgt durch Elektrolyse, ein elektrochemisches Verfahren, bei dem das Schmuckstück in ein Bad mit Goldionen getaucht und anschließend ein elektrischer Strom angelegt wird, der die Abscheidung einer dünnen Goldschicht auf der Oberfläche des Grundmetalls bewirkt. Die Dicke dieser Schicht wird in Mikron (Tausendstel Millimeter) gemessen.

Die Haltbarkeit der Vergoldung hängt direkt von zwei Faktoren ab: der Dicke der Beschichtung und der Qualität des Grundmetalls. Deshalb ist die Kombination 925er Silber + 24-Karat-Vergoldung besonders interessant: Das Grundmetall ist bereits ein Edelmetall, und die aufgetragene Goldschicht ist von bester Qualität.

24-Karat-Vergoldung vs. klassische Vergoldung: Welche Unterschiede gibt es?

Die Standard-Vergoldung, die in der Modeschmuckbranche verwendet wird, erfolgt oft mit 14 oder 18 Karat Gold. Der Unterschied zu 24 Karat ist hauptsächlich visueller und qualitativer Natur: 24-Karat-Gold bietet einen wärmeren, satteren, leuchtenderen Farbton. Das ist der Farbton, den man intuitiv mit Gold verbindet: das tiefe Goldgelb, ohne die blasseren oder grünlicheren Reflexe, die Weißgoldlegierungen oder andere Legierungen mit geringem Goldgehalt aufweisen können.

In Bezug auf die Haltbarkeit verhalten sich 24-Karat-Gold und 18-Karat-Gold bei gleicher Schichtdicke ähnlich. Wichtiger ist die Dicke der Vergoldung: Je dicker sie ist, desto länger hält die Veredelung.

Wie lange hält eine Vergoldung?

Die Lebensdauer einer Vergoldung hängt von vielen Faktoren ab: der Dicke der Beschichtung, der Häufigkeit des Tragens, der Art der Aktivitäten, die mit dem Schmuckstück ausgeführt werden, dem Kontakt mit Chemikalien. Im Allgemeinen kann eine hochwertige Vergoldung auf einem Sterlingsilber-Schmuckstück, gut gepflegt, mehrere Jahre halten, ohne sichtbare Verschleißerscheinungen.

Die am stärksten verschleißanfälligen Stellen sind diejenigen, die am meisten Reibung ausgesetzt sind: die Innenseiten von Armbändern am Handgelenk, die Rückseiten von Anhängern, die an der Kleidung reiben, die Bereiche um die Verschlüsse. Diese Stellen können früher als der Rest des Schmuckstücks Anzeichen von Abnutzung zeigen.

Wie pflegt man seine 24-Karat-Vergoldung?

Einige einfache Regeln können die Lebensdauer eines vergoldeten Schmuckstücks erheblich verlängern:

  • Legen Sie Ihren Schmuck zuletzt an (nach Parfüm, Creme, Make-up) und nehmen Sie ihn zuerst ab.
  • Vermeiden Sie jeden Kontakt mit Wasser, Meerwasser, Schwimmbädern und starkem Schwitzen.
  • Bewahren Sie den Schmuck nach jedem Tragen in seinem Originalbeutel auf.
  • Verwenden Sie niemals scheuernde Produkte oder kratzende Tücher.
  • Reinigen Sie ihn nur mit einem weichen, trockenen Tuch, niemals feucht.

Kann ein Schmuckstück, dessen Vergoldung abgenutzt ist, neu vergoldet werden?

Ja, und das ist einer der großen Vorteile eines Sterlingsilber-Schmuckstücks mit Vergoldung: Das Grundmetall ist wertvoll und langlebig. Wenn die Vergoldung mit der Zeit abgenutzt ist, kann ein Juwelier das Stück neu vergolden, um ihm seinen ursprünglichen Glanz zurückzugeben. Dieser Vorgang, auch als Galvanisierung oder Regalvanisierung bezeichnet, wird von vielen professionellen Juwelieren angeboten.

Dies ist ein weiteres Argument, um in ein hochwertiges Basis-Schmuckstück zu investieren: Ein 925er Silber-Schmuckstück mit 24-Karat-Vergoldung kann unbegrenzt gepflegt und restauriert werden, während ein Schmuckstück aus minderwertigem Metall nicht gerettet werden kann, sobald seine Oberfläche beschädigt ist.